Glasfasertests

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Seit ihrer Einführung in den 1970er-Jahren wurden Glasfasernetze immer weiter entwickelt und haben sich stark verbreitet. Mit 5G, Seekabelnetzen und FTTH (Fiber-To-The-Home) hat sich die Notwendigkeit robuster Test- und Überwachungslösungen für Glasfasern weiter erhöht. VIAVI bietet seit mehr als 80 Jahren beispiellose technische Kompetenz, Zuverlässigkeit und Zusammenarbeit, die die besten Glasfaser-Testlösungen der Branche hervorgebracht haben.

Angesichts der Größe und der Komplexität der heutigen optischen Netze, dürfen bei der Produktivität keine Kompromisse mehr eingegangen werden. Bereits im Labor müssen effiziente Testverfahren sichergestellt und über die Installation bis zur Wartung beibehalten werden. VIAVI bietet ein vollintegriertes Portfolio an cloudbasierten, flexibel einsetzbaren und kompatiblen Testern, Softwareprodukten und Dienstleistungen für Glasfasern an. Die nächste Generation von Glasfasertestern ist noch schneller, bedienerfreundlicher und leistungsstärker als je zuvor.

Fiber Testing

Was sind Glasfasertests?

Glasfasertests umfassen alle Prozesse, Geräte und Normen zum Testen von faseroptischen Komponenten, Glasfaserstrecken und installierten optischen Netzen. Darin eingeschlossen sind optische und mechanische Tests an einzelnen Netzelementen sowie umfassende Übertragungstests, um das Leistungspotenzial der gesamten Installation des optischen Netzes nachzuweisen.

Die Glasfaser hat sich in der Kommunikationstechnologie zum weltweit führenden Übertragungsmedium entwickelt. Die zunehmende Vielfalt faseroptischer Anwendungen hat die Bedeutung einer angemessenen Schulung der Techniker sowie von vielseitigen, bedienerfreundlichen Testlösungen erhöht.

Normen für Glasfasertests

Im Laufe der Jahre hat die Glasfaserindustrie zahlreiche Normen ausgearbeitet, um die verwendeten Komponenten und die Installationen vor der Inbetriebnahme einheitlich zertifizieren zu können. Da die Anzahl der optischen Netze rasant ansteigt, müssen die nationalen und internationalen Normen und Standards unbedingt eingehalten werden, um die Einheitlichkeit, Interoperabilität und Leistung der Installationen zu gewährleisten.

Für jede Testkategorie wurden mehrere Standardisierungsgremien und Arbeitsgruppen gebildet. VIAVI arbeitet aktiv an der Ausarbeitung und Prüfung von Normen und Standards mit, um in enger Kooperation mit führenden Normungsorganisationen die Einführung der nächsten Generation von Produkten und Dienstleistungen zum Testen von Glasfasern zu fördern.

  • IEC 

    Die Internationale Elektrotechnische Kommission (International Electrotechnical Commission, IEC) ist eine weltweite Organisation, die internationale Normen für die Bereiche Elektrotechnik, Elektronik sowie für damit verbundene Technologien ausarbeitet. Sie wurde 1906 gegründet, hat mehrere Normen verabschiedet und zahlreiche technische Komitees (TC) für die Faseroptik eingerichtet. Dazu gehören anerkannte internationale Normen unter anderem für die Fasergeometrie, die Streckendämpfung, die durch Makrobiegungen verursachte Dämpfung sowie die chromatische Dispersion (CD).

  • TIA/EIA

    In den USA formulieren die Telecommunications Industries Association (TIA) und die Electronic Industries Alliance (EIA) wichtige nationale Normen für viele Telekommunikationsanwendungen, einschließlich zum Testen von Glasfasernetzen und Geräten.

    Unter anderem definiert die TIA die weithin genutzten Anforderungen für die grundlegende Tier-1-Zertifizierung von Glasfaser-Installationen. Während sich die Tier-1-Zertifizierung auf die Länge, Polarität und die Gesamtdämpfung der Faser beschränkt, stellt die erweiterte Tier-2-Zertifizierung mithilfe von optischen Reflektometern (OTDR) aussagekräftigere Ergebnisse, wie die Position und Dämpfung der erkannten Ereignisse, zur Verfügung.

  • IETF

    Die Internet Engineering Task Force (IETF) ist eine offene Organisation, die sich ausschließlich auf Normen und Regeln für das Internet konzentriert. Da die Glasfaser auch künftig ein wichtiger Baustein der Internet-Architektur bleiben wird, arbeitet die IETF mit der IEC und der internationalen Organisation für Normung (International Standards Organization, ISO) sowie weiteren wichtigen Institutionen zusammen, um Glasfasernetze als Internet-Übertragungsmedium zu standardisieren und zu sichern.

Warum müssen Glasfasernetze getestet werden?

Industrienormen und Gewährleistungsanforderungen verlangen Tests in optischen Netzen. Darüber hinaus gibt es weitere Gründe dafür, warum die Leistung der Glasfaser-Installation überprüft und überwacht werden sollte.

Die steigende Nachfrage des Marktes nach mehr Bandbreite führt dazu, dass die Glasfasernetze immer komplexer und umfassender werden. Innovationen wie passive optische Netze (PON) und DWDM (Dichtes Wellenlängen-Multiplex) haben die Anzahl der Kabelsegmente sowie der dämpfenden Elemente erhöht, obgleich die an die Leistung gestellten Anforderungen steigen und die Dämpfungsbudgets immer kleiner werden. Gründliche und präzise Glasfasertests, die auf allen Ebenen und in allen Bereitstellungsphasen des Netzes durchgeführt werden, können nicht nur die Zufriedenheit der Kunden, sondern auch einen wichtigen Wettbewerbsvorteil sicherstellen.

Auch wenn sich hochqualifizierte Techniker die größte Mühe geben, reagieren optische Netze aufgrund ihrer Komplexität und ihres Umfangs sehr empfindlich auf Verunreinigungen, Mikrobiegungen und beschädigte Verbinder. Verschmutzte Steckverbinder bleiben die Hauptursache für Störungen in optischen Netzen. Wenn man das installierte Netz vor der Inbetriebnahme gründlich überprüft, kann man Fehler oder Beschädigungen rechtzeitig erkennen und vorbeugend reparieren.

Lebenszyklus der Glasfasertests

Bei Glasfasertests wird häufig nur an die Installationsphase gedacht, in der allgemein die Einsatzbereitschaft des optischen Netzes kontrolliert wird. In der Praxis erstrecken sich diese Tests jedoch von der Entwicklung neuer optischer Komponenten und Systeme im Labor bis zur Überwachung und Fehlerdiagnose im Feld, um einen jahrelangen, störungsfreien Betrieb sicherzustellen.


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  • Entwicklung und Systemprüfung&

    Jedes neue faseroptische Bauelement oder System beginnt mit einer Idee im Labor. In dieser Phase des Lebenszyklus sollen die Tests die Richtigkeit des Konzepts und des Designs nachweisen. Bei Glasfasern bedeutet das die Überprüfung der Übertragungsparameter, wie der optischen Rückflussdämpfung (ORL) und der chromatischen Dispersion (CD). Bei völlig neuen Glasfaserprodukten sind möglicherweise auch Zug-, Dreh- und Temperaturprüfungen an der Faser vorgesehen.

    Im Rahmen effektiver Labortests muss das spätere Netz mit allen optischen Komponenten präzise simuliert werden, um Probleme, die unter realen Einsatzbedingungen auftreten könnten, vorausschauend zu erkennen und die Systemleistung zu überprüfen. Optische Netzelemente, wie Module für die digitale kohärente Optik (DCO), können im Labor entwickelt und dort mit dem optischen Prüf- und Messsystem MAP-300 von VIAVI umfassend validiert werden. Ebenfalls angeboten wird eine branchenführende Palette von optischen Testmodulen, die während des Betriebs auswechselbar und für die Fertigungskontrolle skalierbar sind.

  • Produktion

    In der Produktion sind Glasfasertests unverzichtbar, um zu gewährleisten, dass das System ordnungsgemäß funktioniert, bevor erhebliche Finanzmittel in Arbeitskräfte, Geräte und Validierung des neuen Netzes investiert werden. Beispielsweise sollte der Hersteller an allen von ihm produzierten Komponenten stets optische Dämpfungsmessungen ausführen. Auch die mechanische Prüfung wichtiger Parameter ist unerlässlich.

    Nach Kundenwunsch angefertigte Kabel sind häufig bereits fertig konfektioniert, um die Installation zu beschleunigen. Die gleiche vielseitige optische Prüf- und Messtechnik, die im Feldeinsatz zum Einsatz kommt, bietet sich auch an, um in der Produktion die Qualität der Glasfaserkabel zu testen und Referenzwerte für die optische Dämpfung festzulegen.

    In einem installierten optischen Netz sollten jedes Modul, jeder Verbinder, Splitter und Transponder nach den gleichen anspruchsvollen Qualitätsstandards getestet werden. Skalierbare, automatische Fertigungs- und Umgebungstestsysteme stellen die effizienten Verfahren zur Verfügung, die benötigt werden, um die steigenden, an die Glasfaserindustrie gestellten Produktionsanforderungen zu erfüllen.

  • Installation und Inbetriebnahme&

    Letzten Endes geht es darum, bei der Installation von Glasfasernetzen präzise und pünktliche Messungen und Zertifizierungen sicherzustellen. Entsprechende Vorbereitungen, die detaillierte Kabelpläne und Dämpfungsbudgets sowie die Vorabprüfung der Faserendflächen beinhalten, sind eine Voraussetzung für die erfolgreiche Bereitstellung des optischen Netzes. Genauso wichtig sind jedoch geschulte Teams, die mit präziser und kalibrierter optischer Mess- und Prüftechnik ausgestattet sind.

    Die bei der Installation und Inbetriebnahme durchgeführten Messungen sollen die Qualität (Dämpfung, Position, Reflexion) der Kabel, Spleiße und Verbinder nachweisen. Für die Tier-1- und Tier-2-Überprüfung und -Charakterisierung der Glasfasern werden zahlreiche verschiedene Messgeräte benötigt. Dazu zählen VFL-Rotlichtquellen, optische Dämpfungsmessplätze (OLTS) sowie optische Zeitbereichsreflektometer (OTDR). Die von VIAVI in der Produktfamilie SmartClass zusammengefassten Lösungen umfassen vielseitige Handtester, die die Sichtprüfung von Faserendflächen, die Tier-1-Zertifizierung sowie die Erstellung von Berichten in kompakten Geräten kombinieren.

  • Überwachung und Fehlerdiagnose&

    Doch enden die Tests in optischen Netzen nicht mit deren Inbetriebnahme. Nach der Aktivierung wird die unterbrechungsfreie Funktionsfähigkeit des Netzes mithilfe der Glasfaser-Überwachung eingeschätzt. Diese Überwachung erfolgt zuweilen in periodischen Abständen, obgleich sich das aktive Faser-Monitoring (AFM) zum kontinuierlichen Erkennen von Störungen und unberechtigten Zugriffen in der Branche als beste Vorgehensweise durchgesetzt hat. Die optischen Fernüberwachungslösungen ONMSi und SmartOTU von VIAVI vereinfachen die kontinuierliche Überwachung durch das bedienerlose, ferngesteuerte Monitoring mit automatischer Alarmausgabe.

    Wenn im Glasfasernetz jedoch Probleme festgestellt werden, muss die Fehlerdiagnose in der Lage sein, umgehend die Ursache der Störung zu ermitteln. Zumeist wird es sich um Ausfälle oder Störungen an Diensten handeln, die auf beschädigte Kabel, Verbinder oder Geräte zurückzuführen sind. Auch in dieser Phase können ein OTDR und andere optische Prüf- und Messtechnik, die bereits bei der Installation und Inbetriebnahme zum Einsatz gekommen sind, genutzt werden, um eine effiziente Fehlerdiagnose durchzuführen und die Störungen schnellstmöglich zu beheben.

Beste Vorgehensweisen zum Testen von Glasfasern

Bei der Installation von Glasfaserkabeln sowie für die laufende Wartung sind Tests an optischen Netzen unverzichtbar. Die Einhaltung bester Vorgehensweisen ermöglicht, Glasfaserkabel und die betreffenden Netzwerke sicherer, effizienter und zuverlässiger zu installieren und zu aktivieren.

Fiber Optic Cable Testing Best Practices

  • Es kann gar nicht genug darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, beim Installieren von Glasfasern und beim Ausführen der optischen Tests auf Sauberkeit zu achten. Die Sauberkeit des Faserkerns und der aufnehmenden Ferrule im Steckverbinder kann mit einem Fasermikroskop überprüft werden. Für gängige Glasfaser-Schnittstellen wie PON und MPO stehen automatische Prüflösungen zur Verfügung. Auch werden spezielle Reinigungsmaterialien empfohlen, um die optischen Anschlüsse korrekt zu säubern. Die gleiche Sauberkeit ist auf die Referenzkabel und die Anschlüsse der optischen Mess- und Prüftechnik anzuwenden.
  • Bei Verwendung einer VFL-Rotlichtquelle zum Auffinden von Beschädigungen ist darauf zu achten, dass die Augen sicher geschützt sind. Da die VFL-Quelle ein sehr starkes Laserlicht abstrahlt, darf man mit dem bloßen Auge weder in die Quelle noch in den von dieser beleuchteten Faserkern blicken.
  • Eine optische Lichtquelle sowie ein Leistungspegelmesser oder ein optischer Dämpfungsmessplatz (OLTS) werden empfohlen, um zu gewährleisten, dass das optische Dämpfungsbudget die von der Spezifikation vorgegebenen Grenzwerte einhält.   Eine kalibrierte optische Lichtquelle (OLS) erlaubt in Verbindung mit einem optischen Pegelmesser (OPM), vor der Inbetriebnahme die Einfügedämpfung der Faserstrecke zu ermitteln.
  • Um die einzelnen Referenzwerte (Baseline) detailliert ermitteln und die Charakteristik der Faserstrecke erfassen zu können, wird ein OTDR empfohlen.
  • Die Aufgabe eines OTDRs besteht darin, Ereignisse an beliebigen Positionen einer Glasfaserstrecke zu erkennen, zu lokalisieren und zu messen. Es zeigt die Positionen der erkannten dämpfenden (nicht reflektiven) und reflektiven Ereignisse in Form einer Kurve an, sodass der Techniker über aussagekräftige Unterlagen zur Charakteristik der Faser verfügt.
  • Bei OTDR-Messungen kommen Vorlaufkabel/Nachlaufkabel zum Einsatz, um auch den ersten/letzten Steckverbinder der Strecke qualifizieren zu können. Hierbei wird das Vorlaufkabel zwischen OTDR und die zu testende Faser eingefügt und das Nachlaufkabel an das ferne Ende der Strecke angeschlossen. Es ist zu beachten, dass die im Vorlauf-/Nachlaufkabel verwendete Glasfaser mit der zu testenden Faser identisch ist (Fasertyp, Kerndurchmesser, Größe …).
  • Die Verfahren der Testprozess-Automatisierung (TPA), die in der Produktion zum Einsatz kommen, sind auch bei der Installation von optischen Netzen nutzbar. Durch den weitestgehenden Verzicht auf manuelle Testprozesse sowie das daher kleinere Fehlerrisiko und den geringeren Schulungsaufwand ist es möglich, die Zertifizierung und Inbetriebnahme zuverlässig und planbar abzuschließen und zu dokumentieren.
  • Zu guter Letzt gehören eine korrekte Planung und Vorbereitung für jede Arbeit, auch für das Testen von Glasfasern, zu den besten Vorgehensweisen. Gereinigte, kalibrierte und umfassende Prüf- und Messtechnik ist unverzichtbar, um Tests an Glasfasern möglichst effektiv und exakt ausführen zu können.

Aufbau und Testen von Glasfaserkabeln

Obgleich die Kommunikation über Glasfasern erfreulich einfach scheint, setzt das Testen von Glasfaserkabeln ein gewisses Verständnis für die grundlegenden Unterschiede zur Vorgehensweise bei analogen drahtgebundenen Verkabelungen voraus.

Eine optische Faser (Lichtwellenleiter, LWL) besteht aus einem sehr dünnen Glasstrang, der von einer schützenden Kunststoffschicht umgeben ist. Durch die Totalreflexion zwischen dem Kern der Glasfaser und dem Mantel folgt das eingespeiste Licht dem vorgegebenen physischen Pfad dieser Faser.

Die „drei C“ einer Glasfaser

Die grundlegenden Bestandteile einer Glasfaser, die für die Testausführung entscheidend sind, werden gelegentlich als die „drei C“ bezeichnet:

  • Core: Der Kern der Faser besteht aus einem speziell behandelten Glas (oder Kunststoff). Durch ihn erfolgt die Übertragung der Lichtsignale über die Kabelstrecke. Daher muss er möglichst rein und sauber sein.
  • Cladding: Der Mantel ist eine zusätzliche Schicht, die aus einem ähnlichen Material wie der Kern besteht. Allerdings besitzt er einen niedrigeren Brechungsindex, damit die Lichtquelle kontinuierlich zum Kern zurück reflektiert wird.
  • Coating: Die äußere Schutzschicht des Kabels, die den Kern und den Mantel umhüllt und isoliert.

Fasertypen

In Abhängigkeit von der Ausbreitung der Lichtsignale wird zwischen Multimode- und Singlemode-Fasern unterschieden. Der Fasertyp steht in engem Zusammenhang mit dem Durchmesser von Kern (Core) und Mantel (Cladding). Multimode-Fasern besitzen einen größeren Kerndurchmesser, sodass mehrere Lichtmoden gleichzeitig übertragen werden können.

Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie sich einfacher mit der Lichtquelle und anderen Glasfasern koppeln lassen, dass die Lichtquellen (Sender) preiswerter sind und dass sie sich mit weniger Aufwand konfektionieren und spleißen lassen. Allerdings bedeuten die größere optische Dämpfung und das niedrige Bandbreitenlängenprodukt der Multimode-Faser, dass die Übertragung von Licht auf kurze Entfernungen beschränkt bleibt.

Der Vorteil der Singlemode-Faser besteht darin, dass sie eine größere Bandbreite und eine geringere Dämpfung ermöglicht.

Aufgrund des kleinen Kerndurchmessers sind jedoch kostenintensivere Sender und Ausrichtsysteme erforderlich, um eine effiziente Kopplung zu erreichen. Trotzdem bleiben Singlemode-Fasern für Hochleistungssysteme sowie Streckenlängen, die mehr als ein paar Kilometer betragen, die beste Option.

Methoden zum Testen und Messen von Glasfasern

Um die Qualität einer Glasfaser-Installation einschätzen, sie für die Aktivierung der Dienste freigeben und einen zuverlässigen und unterbrechungsfreien Betrieb der optischen Strecke sicherstellen zu können, müssen einige Prüfungen und Tests an der Faser ausgeführt werden.

Hierbei sind verschiedene wichtige Aspekte und Parameter der Glasfaser zu prüfen, zu bewerten und zu messen:

Faserendflächenprüfung

Wenn zwei Faserenden über Steckverbinder miteinander verbunden werden, muss vor allem gewährleistet sein, dass die Lichtsignale ohne übermäßige Dämpfung oder Rückreflexion von der einen Faser in die andere übergehen können. Allerdings bleibt die saubere Endfläche eine große Herausforderung. Ein winziges Partikel im Steckverbinder kann bereits eine erhebliche Einfügedämpfung und Rückreflexion sowie Geräteschäden verursachen. Daher ist eine proaktive Prüfung der Faserendflächen unverzichtbar, um zuverlässige Steckverbindungen zwischen den Glasfasern sicherzustellen.

Fiber End-Face Inspection

Faser-Durchgangsprüfung

Beim Testen von Glasfasernetzen ist es möglich, eine sichtbare Laserquelle an ein Ende des Kabels anzuschließen, um den Durchgang zum anderen Ende zu prüfen. Dieser optische Test dient lediglich dazu, grobe Defekte, wie Makrobiegungen, zu erkennen. Eine solche Durchgangsprüfung kann auch genutzt werden, um zu ermitteln, ob die Glasfaser im Patchfeld an den richtigen Port angeschlossen wurde.

Ein Faseridentifizierer (FI) ist ein praktischer Handtester, der an jedem Punkt der Faserstrecke von außen durch den Fasermantel hindurch die optischen Signale identifizieren und erkennen kann. Er bietet sich an, um vorhandenen Verkehr auf der Glasfaser nachzuweisen sowie die Übertragungsrichtung zu ermitteln.

Eine VFL-Rotlichtquelle nutzt ein sichtbares Laserlicht, um den Durchgang durch die Glasfaser zu testen und Defekte zu erkennen. An der Position eines Faserbruchs oder an defekten Spleißen scheint das rote Laserlicht durch den Fasermantel hindurch. Bei Faserstrecken mit einer Länge von mehr als fünf Kilometern und bei schwer zugänglichen Glasfasern würde man den Durchgang jedoch mit einem optischen Reflektometer (OTDR) überprüfen.

Optische Dämpfungsmessung

Auf dem Weg durch die Glasfaser sinkt der Leistungspegel des Lichtsignals. Diese abfallende Leistung wird auch als optische Dämpfung bezeichnet und in Dezibel (dB) angegeben.

Jetzt könnte man sich fragen, welche Messmethode denn die richtige ist. Am genauesten lässt sich die optische Gesamtdämpfung ermitteln, wenn man an einem Ende der Glasfaser Lichtsignale mit einem bekannten Leistungspegel einspeist und die am anderen Ende eintreffende Lichtleistung mit einem OLTS misst. Da die Lichtquelle und der Leistungspegelmesser an den entgegengesetzten Ende der Glasfaser angeschlossen werden, müssen für diese Messung beide Faserenden zugänglich sein.

Optische Leistungspegelmessung

Bei der Leistungspegelmessung wird die Signalstärke des Senders nach Aktivierung des optischen Systems überprüft. Ein optischer Leistungspegelmesser zeigt die auf seine Fotodiode einfallende optische Leistung an. Hierfür kann er direkt an den Ausgang des Senders oder an die Stelle des Glasfaserkabels angeschlossen werden, die für den optischen Empfänger vorgesehen ist. Die optische Leistung wird häufig in der Maßeinheit „dBm“ angegeben, wobei das „m“ für 1 Milliwatt und das „dB“ für Dezibel steht.

Messung der optischen Dämpfung einer Glasfaser

Um die optische Dämpfung einer Glasfaser zu ermitteln, wird eine optische Quelle benötigt, die eine standardisierte optische Leistung ausgibt. Ebenfalls erforderlich ist ein Vorlaufkabel, um einen kalibrierten Referenzwert von 0 dB Dämpfung bereitzustellen.  Am anderen Faserende misst ein optischer Leistungspegelmesser die von der Lichtquelle abgegebene Leistung mit und ohne angeschlossenen Prüfling (Glasfaser), um den Dämpfungsbetrag der Faser in dB zu bestimmen.

Eine andere Möglichkeit zur Überprüfung der Kabelverbindungen besteht darin, sowohl ein Vorlaufkabel als auch ein Nachlaufkabel an den Leistungspegelmesser anzuschließen. Das ist das Standardverfahren für Dämpfungsmessungen an bereits installierten Verkabelungen, bei dem die optische Dämpfung an beiden Endverbindern des Glasfaserkabels ermittelt wird. Aus diesem Grund ist es für jeden Fasertest wichtig, dass alle Steckverbindungen wirklich sauber sind.

Testing Fiber for Optical Loss

Optical Time Domain Reflectometer

Auch ein optisches Zeitbereichsreflektometer (OTDR) erlaubt, die Dämpfung der Glasfaser zu messen. Ein OTDR koppelt ein starkes Laserlicht in genau festgelegten Pulsen über ein optisches Anschlusskabel an einem Ende der Glasfaser ein und analysiert das zur Lichtquelle zurückgestreute Licht.

Diese, von nur einem Faserende ausgeführte OTDR-Messung bietet sich an, um nicht nur die Dämpfung, sondern bei der Installation, Wartung und Fehlerdiagnose auch die Stellen auf der Glasfaser zu ermitteln, an denen dämpfende Ereignisse auftreten. Ein Mini-OTDR kombiniert die Leistungsmerkmale eines großen OTDR in einem handlichen Fasertester und bietet möglicherweise darüber hinaus weitere Funktionen wie die Sichtprüfung der Faserendflächen, eine VFL-Rotlichtquelle und die Leistungspegelmessung. Hier erfahren Sie mehr über OTDR-Tests.

Die Anfänge der Glasfasertests

The Origins of Fiber Testing

Das Konzept der Übertragung von optischen Signalen über eine dünne „Faser“ aus Glas ist gar nicht so neu. Vor mehr als 100 Jahren wurde bereits experimentell nachgewiesen, dass Licht ein gekrümmtes Glassubstrat passieren kann, ohne viel von seiner ursprünglichen Intensität einzubüßen. Ende der 1960er-Jahre haben die Laseroptik, ultratransparente Glasfasern und die digitale Signalisierung in ihrer Kombination die Grundlage für die heute bekannten optischen Kommunikationsnetze gelegt. In den 1990er-Jahren konnten Glasfasernetze bereits bis zu 100-mal mehr Daten übertragen als ein traditionelles Kabel mit elektronischen Verstärkern.

Für optische Netzwerke werden elektronische/binäre Informationen in optische Signale umgewandelt, die in Form von digitalen Lichtpulsen übertragen werden. Diese Signale durchlaufen auch lange Fasern zu einem Empfänger am fernen Ende der Strecke, wo sie dann wieder in ihre ursprüngliche Binärform zurückgewandelt werden. In diesem Format können die Signale dann von einem Computer und ähnlichen Geräten gelesen werden. Um die Integrität der optischen Signale über große Entfernungen und in komplexen Netzwerken überprüfen und aufrechterhalten sowie mit der wachsenden Bandbreite Schritt halten zu können, müssen sich auch die Prozesse zum Testen dieser Glasfasern stetig weiterentwickeln.

Die Zukunft der Glasfasertests

Das Leistungspotenzial der Glasfaser als Kommunikationsmedium scheint unbegrenzt, da immer wieder technische Durchbrüche erzielt und neue Möglichkeiten erschlossen werden. Vielversprechende technologische Forschungen, wie zur „Twisted Light“-Übertragung, könnten die über eine Singlemode-Faser verfügbare Bandbreite verhundertfachen.

Diese zusätzliche Leistung wird möglicherweise eher benötigt, als man meinen könnte. 5G, das Internet der Dinge (IoT) und künstliche Intelligenz (KI) beschleunigen den bereits jedes Jahr rasant ansteigenden Datenverbrauch. Da überrascht es nicht, wenn man davon ausgeht, dass der Markt für Glasfasertests auf absehbare Zeit mit einer Rate von nahezu 9 % jährlich wachsen wird.

Um diese erfolgreiche Zukunft zu sichern, ist eine abgestufte, einheitliche Herangehensweise an das Testen von Glasfasern unverzichtbar. Innovationen, die als unbewiesene Konzepte beginnen, werden schließlich in die Produktion überführt und finden letztendlich auf der ganzen Welt als wesentliche Bestandteile in Glasfasernetzen Anwendung. Mit der Bereitstellung bewährter, kompatibler Testlösungen auf Grundlage einer gemeinsamen digitalen Netzarchitektur (DNA), die alle Phasen des Test-Lebenszyklus miteinander verknüpft, ermöglicht VIAVI Lösungen zum Testen und Überwachen von Glasfasern, die der Phantasie keine Grenzen setzen.

  • Taschenlexikon

    Leitfaden zum Testen von Glasfaser-Infrastrukturen

    Ein umfassender Überblick über die besten Vorgehensweisen beim Testen, Standards, Spezifikationen und mehr.

  • Taschenlexikon

    Reference Guide to Fiber Optic Testing: Volume 2

    The industry standard for understanding fiber test challenges, standards, and processes

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