Moderne Tests zum Nachweis einer ordnungsgemäßen Abschirmung
Bis vor Kurzem gaben sich nahezu alle Kabelnetzbetreiber damit zufrieden, Leckagen im Luftfahrt-Frequenzband zu finden und zu beheben. Angesichts der zunehmenden Bereitstellung von Off-Air-Diensten durch Mobilfunknetzbetreiber und der steigenden Bandbreitennachfrage sowohl durch die MSOs als auch durch die Betreiber von Mobilfunknetzen ist es heute so wichtig wie nie zuvor, das Kabelnetz ordnungsgemäß abzuschirmen. Zudem hat die wachsende Nachfrage nach Mobilfunkbandbreite dazu geführt, dass diese Dienste in den LTE-Frequenzbereich von 700–800 MHz verschoben und in naher Zukunft vielleicht sogar bis in das 600-MHz-Band reichen werden.

Bisher hatte man sich bei der Leckage-Erkennung auf das externe Leitungsnetz konzentriert. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Mobilfunkgeräten muss aber auch sichergestellt werden, dass diese im Wohnbereich keine störenden Interferenzen verursachen, wenn sie sich in der Nähe von Leckage- oder Ingress-Quellen befinden. Da die Sendeleistung der Mobilfunkgeräte von der relativen Entfernung zum Sendemast abhängig ist, können sie ihre Daten mit einer Signalstärke von bis zu 3 V/m übertragen. Bedingt durch diese potenziell hohe Sendeleistung führen unter Umständen selbst kleinste Leckage- oder Ingress-Stellen in der Wohnung dazu, dass das Mobilfunksignal die QAM-Downstream-Kanäle stört. Um dieses Problem zu lösen hat VIAVI das Seeker HL In-Home Leakage Evaluation System entwickelt. Es lokalisiert selbst die kleinsten Leckagen in der Wohnung und trägt dazu bei, Schwachstellen in der Abschirmung, durch die Mobilfunksignale in das Kabelsystem eindringen könnten, zu erkennen.
Das Seeker HL In-Home Leakage Evaluation System versetzt den Techniker bei der Installation und beim Service-Einsatz in die Lage, die digitalen, analogen und hybriden Kabelsysteme in der Wohnung des Teilnehmers auf Leckstellen im Luftfahrt- und im LTE-Band zu überprüfen. Es ist das einzige System auf dem Markt, das schnell, mühelos und exakt prüfen kann, ob die Abschirmung in der Wohnung den Anforderungen der modernen High-Tech-Installationen gerecht wird.
Dieses innovative, zum Patent angemeldete Verfahren zum Erkennen von Leckstellen im Wohnbereich nutzt den Signalsender Seeker HL Source Transmitter, um den Kabeldienst am Hausübergabepunkt (HÜP) des Teilnehmers zu ersetzen. Durch die höheren Sendepegel des Seeker HL Source Transmitter steigt die Feldstärke der Signale, die aus dem Heimnetz des Kunden abgestrahlt werden, an. Damit erhöht sich die Empfindlichkeit der Messungen, um selbst kleinste Leckstellen zu finden.
Der Sender speist zwei einzelne CW-Träger mit einer 20-Hz-Modulation bei 138 MHz und bei 757,5 MHz in das Netz des Kunden ein, sodass sowohl das Luftfahrt- als auch das LTE-Band getestet werden. Dabei liegt der Ausgangspegel des Senders deutlich über dem normalen Pegel des Kabelnetzes, um eine aussagekräftige „Dichteprüfung“ durchzuführen. Diese Vorgehensweise ist mit einer Wasserleitung zu vergleichen, die unter Druck gesetzt wird, um anhand von austretenden Wassertropfen undichte Stellen im Rohr zu erkennen. Mit seinem Signalsender und der beispiellosen Messempfindlichkeit erlaubt der Seeker HL dem Techniker, Leck-Pegel von nur 0,1 μV/m zu erkennen. Zum Zertifizieren der Wohnung kann der Techniker den Signalpegel auf 60 dBmV einstellen. Aber er hat auch die Möglichkeit, einen schwächeren Pegel von 40 dBmV zu verwenden, wenn sich zeigen sollte, dass das Heimnetz bereits zu durchlässig ist, um die Leckage-Stelle mit dem höheren Sendepegel exakt zu lokalisieren.
Der Seeker HL zeigt die gemessenen Pegel sowohl optisch in μV/m als auch über ein von der Signalstärke abhängiges akustisches Signal an. Um Falschalarme des Seeker HL zu vermeiden, nutzt VIAVI sein beispielloses Kanal-Tagging-Verfahren. Bei der Kontrolle der Abschirmung des Heimnetzes sowie um eine Vergleichbarkeit mit den Leckage-Pegeln zu ermöglichen, die normalerweise in Wohnungen anzutreffen sind, werden die vom Seeker HL angezeigten Pegel normalisiert. Daher zeigen sie den Wert an, der bei den typischen Systempegeln gemessen worden wäre. Diese Korrelation zwischen gemessenen und angezeigten Pegeln hilft dem Techniker, den Schweregrad besser einzuschätzen und die Leckage mit Hilfe bewährter Vorgehensweisen in der Branche aufzuzeichnen.
